Ex-Ratsmitglied warnt vor wachsendem „Gift“ in der Lokalpolitik nach Drohungen

Council, tags: warnt vor der - CC BY-SA

Stephan Fifield, der bis Anfang dieses Jahres stellvertretender Vorsitzender des Gloucestershire County Council war, schlägt Alarm wegen des starken Anstiegs von Drohungen und Beschimpfungen gegen Kommunalpolitiker*innen. Während des Wahlkampfs zum Cheltenham Borough Council 2024 wurde sein Auto beschädigt, außerdem erhielt er drohende E-Mails und handschriftliche Nachrichten. Seit seinem Einstieg in die Politik 2017 habe sich die Stimmung in der Öffentlichkeit verändert, sagt er – Wut sei heute deutlich sichtbarer und persönlicher.

Druck schreckt Menschen von der Politik ab

Fifield ist überzeugt, dass diese zunehmende Aggressivität viele davon abhält, für ein Mandat zu kandidieren. Debatten in Rats­sitzungen seien härter und verbitterter geworden. Statt offener Diskussionen wirkten viele Sitzungen inzwischen wie Streitgespräche. Diese Entwicklung, so fürchtet er, mache die Politik für Neueinsteiger*innen unattraktiv und könnte dazu führen, dass sich weniger Menschen für ihre Gemeinden engagieren.

Privatsphäre und Sicherheit haben jetzt Vorrang

Um Ratsmitglieder besser zu schützen, hat der Gloucestershire County Council seine Leitlinien überarbeitet. Gewählte Vertreter*innen sollen ihre Privatadressen nicht mehr online veröffentlichen. Der Rat bietet zudem Schulungen und Sicherheitstipps an, räumt jedoch ein, dass das Risiko von Belästigungen hoch bleibt. Die Maßnahmen sollen das politische Leben sicherer machen, besonders in Wahlkampfzeiten, wenn die Stimmung oft aufgeheizt ist.

Psychische Belastung wird häufig übersehen

Fifield weist außerdem auf die zunehmende psychische Belastung hin, der viele Kommunalpolitiker*innen ausgesetzt sind. Die derzeitigen Unterstützungsangebote seien zu begrenzt, sodass Betroffene mit Stress und Drohungen oft allein zurechtkommen müssten. Ratsvorsitzende Lisa Spivey nannte die Anfeindungen inakzeptabel und kündigte an, dass der Rat nun bessere Angebote für mentale Gesundheit prüfe.

Es ist Zeit für mehr Respekt in der Politik

Mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen fordert Fifield einen anderen Ton. Respekt müsse ins politische Leben zurückkehren; harte Worte und persönliche Angriffe brächten der Öffentlichkeit nichts. Seine Botschaft ist klar: Wenn die Lokalpolitik gesund bleiben soll, muss sie ein Ort sein, an dem Menschen ohne Angst mitmachen können.